Das Anschreiben: Warum der erste Satz über alles entscheidet

Das Anschreiben: Warum der erste Satz über alles entscheidet

Viele Bewerberinnen und Bewerber stecken Stunden in den Lebenslauf und schreiben das Anschreiben in zehn Minuten herunter. Dabei ist es oft der erste Text, den eine Personalverantwortliche liest – und der erste Satz entscheidet, ob sie weiterliest oder zur nächsten Mappe greift.

Der Standardeinstieg kostet Sie die Aufmerksamkeit

„Hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle“ ist korrekt, aber vollkommen austauschbar. Wer stattdessen mit einer konkreten Beobachtung über das Unternehmen, einem passenden Projekt oder einer klaren Aussage zur eigenen Stärke beginnt, signalisiert: Ich habe nachgedacht, nicht nur kopiert.

Drei Einstiege, die funktionieren

  • Der Bezug zur Stelle: Sie greifen eine konkrete Aufgabe aus der Anzeige auf und zeigen in einem Satz, dass Sie sie schon einmal gelöst haben.
  • Der Bezug zum Unternehmen: Eine aktuelle Entwicklung, ein Produkt, eine Strategie – Hauptsache, sie ist echt und nicht aus der Imagebroschüre abgeschrieben.
  • Der Bezug zu sich selbst: Eine pointierte Aussage über das, wofür Sie im Berufsleben stehen.

Was nach dem Einstieg kommt

Der Hauptteil sollte nicht den Lebenslauf in Prosa wiederholen. Wählen Sie zwei, höchstens drei Stationen aus, die wirklich zur Stelle passen, und erklären Sie, was Sie dort bewirkt haben. Konkrete Beispiele schlagen jede Aufzählung von Eigenschaften. Wer schreibt „teamfähig und belastbar“, behauptet etwas. Wer beschreibt, wie er ein Projekt unter Zeitdruck mit drei Kolleginnen zu Ende gebracht hat, beweist es.

Am Ende steht ein selbstbewusster, aber nicht fordernder Schlusssatz. Der Konjunktiv – „Ich würde mich freuen“ – macht Sie kleiner, als Sie sind. „Ich freue mich auf das Gespräch“ klingt schlicht überzeugter. Halten Sie das gesamte Anschreiben auf einer Seite. Wer mehr braucht, hat meist noch nicht entschieden, was wirklich wichtig ist.