Der Start in eine Führungsrolle wird viel beobachtet. In den ersten Wochen bildet sich das Team ein Urteil, das später schwer zu korrigieren ist. Wer diese Phase bewusst gestaltet, legt das Fundament für die kommende Zusammenarbeit.
Erst verstehen, dann verändern
Die Versuchung ist groß, sofort Spuren zu hinterlassen – neue Prozesse, neue Regeln, sichtbare Tatkraft. Doch wer ändert, bevor er versteht, läuft ins Leere. Die ersten Wochen gehören dem Zuhören: Wie arbeitet das Team? Was funktioniert? Wo liegen die echten Probleme, nicht die vermuteten?
Worauf es am Anfang ankommt
- Einzelgespräche führen: Jeder im Team verdient die Gelegenheit, gehört zu werden.
- Erwartungen klären: Was erwartet die eigene Führungsebene, was erwartet das Team?
- Kleine, sichtbare Verbesserungen: Ein gelöstes, lange ärgerndes Problem schafft früh Vertrauen.
Den eigenen Stil finden
Niemand muss eine andere Führungskraft kopieren. Wer versucht, ein Vorbild nachzuahmen, das nicht zur eigenen Persönlichkeit passt, wirkt aufgesetzt. Authentizität schlägt jede einstudierte Rolle. Das Team merkt schnell, ob jemand echt ist oder eine Maske trägt.
Die ersten 100 Tage sind kein Wettlauf, sondern eine Phase des Ankommens. Wer geduldig zuhört, früh Vertrauen aufbaut und mit Bedacht erste Akzente setzt, steht nach drei Monaten auf festerem Boden als jemand, der mit großem Getöse gestartet ist und das Team gegen sich aufgebracht hat.